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INR - Gerinnungs-Selbstkontrolle

Ca. 800 000 Patienten werden in Deutschland mit einer gerinnungshemmenden Therapie, z.B. dem Marcumar behandelt.

Wieso wird eine gerinnungshemmende Therapie durchgeführt?

Unter Blutgerinnung versteht man das Festwerden oder Stocken des Bluts. Im Normalfall kann das Blut seine Aufgaben nur im flüssigen Zustand erfüllen, bei Verletzungen im Gefäßsystem muss aber gleichzeitig ein Austritt von Blut möglichst schnell und effektiv verhindert werden. Ohne das System der Blutgerinnung würden selbst kleinere Verletzungen zu einem nicht beherrschbaren Blutverlust führen.
Bei einer überschießenden Reaktion können sich jedoch im Blut gefährliche Gerinnsel bilden, wie zum Beispiel beim Vorhofflimmern, Venenthrombosen oder künstlichen Herzklappen oder bei angeborenen Gerinnungsstörungen. Diese Gerinnselbildung kann durch Gerinnungshemmer vermieden werden.

Wie funktioniert die "INR-Selbstmessung"?

Die Dosierung eines blutverdünnenden Medikaments hängt von der blutverdünnenden Wirkung ab, die bei jedem Patienten unterschiedlich ist. Es muss ein bestimmter Zielberich eingehalten werden. Liegt man mit der Dosierung außerhalb dieses Bereichs, kann es bei Unterdosierung zu Gerinnselbildung oder bei Überdosierung zu relevanten Blutungen kommen .
Deshalb wird der Therapieerfolg einer oralen Antikoagulation (=Blutverdünnung) durch regelmäßige Kontrollen des INR-Werts überprüft. Diese Kontrollen und die Therapieempfehlungen erfolgen durch den Hausarzt.
Es besteht alternativ die Möglichkeit eine Gerinnungs-Selbstkontrolle durchzuführen. Die Patienten können nach entsprechender Schulung selbst ihren aktuellen INR-Wert aus dem Kapillarblut der Fingerbeere bestimmen und die individuelle Dosis des oralen Antikoagulans (= blutverdünnendes Medikament) selbstständig anpassen.

Betreuung der Patienten

Herr Hugo und Dr. Schlichtmann sowie Frau Hölzer betreuen in unserem Schulungszentrum den Patienten bei der Gerinnungs-Selbstkontrolle und beraten ihn in allen Fragen zur Therapie bzw. bei Problemen unter der Therapie.
In Studien konnte nachgewiesen werden, dass bei geschulten Patienten, die ihre Gerinnung selbst überprüfen, die Messwerte mit 80 bis 90% deutlich häufiger im therapeutischen Bereich lagen, als sonst üblich bei 50 bis 60%. Dadurch können Komplikationen wie eine Gerinnselbildung oder das Auftreten gefährlicher Blutungen verhindert werden.

Wie sieht die Schulung aus?

Die Schulung erfolgt in Gruppen bis max. 6 Personen an vier separaten Terminen.
Der Patient wird in die Benutzung des Gerinnungsmessgerätes INRatio2 System eingewiesen. Nach Durchführung einer hinreichenden Anzahl von INR-Messungen ist er in der Lage, die Messungen selbstständig durchzuführen und Über- sowie Unterdosierungen des Gerinnung hemmenden Medikamentes zu erkennen und zu korrigieren.
Die Schulung beinhaltet eine Erklärung des körpereigenen Gerinnungssystems, Fallbeispiele, eine Geräteeinführung und es werden Extremsituationen durchgespielt.
Nach der Schulung wird den Patienten ein Zertifikat ausgehändigt, das es ermöglicht, ein Gerät zur INR-Selbstbestimmung bei der Krankenkasse zu beantragen.

Wie kann ich an einer solchen Schulung teilnehmen?

Teilnehmen kann prinzipiell jeder Patient, der lebenslang mit Marcumar behandelt werden muss.
Ansprechpartner sind Herr Hugo und Dr. Schlichtmann.

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